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Erotische Fotografie - mehr als Porno

In vielen Hochglanzmagazinen ist immer nur ein bestimmtes Menschenschema abgelichtet, doch der Erotikfaktor schlummert in jedem Mensch. Erotische Fotografie lässt sich mit Pornographie nicht gleichsetzen, es ist eine Form der Kunst, die auch für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden darf, ähnlich wie bei der japanischen Kunst Shunga. Die Entstehung der erotischen Fotografie geht weit zurück, schon im 19. Jahrhundert zeigten die Menschen daran Interesse.

Nackte Frau

 

Die Entwicklung der Aktfotografie

Nacktbilder sind heute keine Seltenheit mehr, doch eine einfache Darstellung eines nackten Körpers kann nicht als erotische Fotografie bezeichnet werden. Erotik ist ein Ausdruck von Stil und Sinnlichkeit, nicht nur die Geschlechtsorgane können sexuell stimulierend dargestellt werden, auch eine Aufnahme eines Arms, einer Silhouette oder eines gepflegten Fußes kann anregend wirken. Die erotische Fotografie wurde im 19. Jahrhundert publik, zum gleichen Zeitpunkt als die Entwicklung der Fotogeräte fortschrittlicher wurde. Während in frühen Zeiten teilweise Belichtungszeiten von über 30 Minuten für eine einzige Aufnahme erforderlich waren, wurden mit der Entwicklung neuer Fotoplatten auch wesentlich bessere Arbeitsbedingungen zum Standard. Doch schon weit bevor die erste, erotische Fotografie entstand, begeisterten sich die Menschen für die Darstellung der Nacktheit. Schon im Mittelalter wurden Büsten gefertigt oder Zeichnungen erstellt, bei denen der nackte, menschliche Körper eine zentrale Rolle spielte. Zu den bekanntesten und zugleich erfolgreichsten, ersten Aktfotografen gehörten unter anderem Eugene Delacroix und Philippe Derussy. Sie gelten zusammen mit Bruno Braquehais und Eugène Durieu als die Begründer der erotischen Fotografie.

Als erotische Fotografie kann nicht einfach nur die Darstellung eines nackten Körpers bezeichnet werden, denn das wäre viel zu einfach. Erotik wird von vielen Faktoren bestimmt. Der Fotograf wirkt hier nicht als Ablichter des Modells, sondern als Künstler. Seine Aufgabe ist es mit der richtigen Kulisse, einer ansprechenden Pose und der Einwirkung von Lichteffekten für eine möglichst hochwertige, künstlerische, erotische Fotografie zu sorgen. Das Modell muss bei dieser Art der Kunst nicht vollständig nackt sein, auch Teile des Körpers können beim Betrachter ein erotisches Gefühl hervorrufen, insbesondere wenn die Nacktheit nur eine unterpräsente Rolle im Bild spielt.

Klassifizierungen von erotischer Fotografie

Bei der Erstellung von erotischen Fotografien und Aktbildern wird in verschiedene Unterarten unterteilt:

High Key & Low Key Aufnahmen

Nackte Frau

Eine High Key Aufnahme wird in der erotischen Fotografie sehr gern verwendet. Der Fotograf arbeitet mit einem besonders hellen Licht und sorgt so dafür, dass auf dem späteren Bild nur weiche Konturzeichnungen vorhanden sind. Die High Key Methode gibt dem Bild insgesamt einen weichen, schmeichelnden Ausdruck und ist ideal dafür geeignet, um persönliche Schwachstellen am Körper zu umspielen oder außer Fokus zu bringen.

Die Low Key Aufnahme ist das glatte Gegenteil eines Hey Key Bildes und wird auch sehr gern für erotische Fotografie eingesetzt. Bei dieser Technik herrschen starke Konturen vor, das Bild wird nur sehr schwach belichtet, mitunter wirkt die Aufnahme schwarz-weiß, was an der Kontraststärke liegt. Auch in der Modefotografie wird diese Technik sehr häufig benutzt, sie minimiert Hautunreinheiten und Makel und sorgt stattdessen für ein ansprechendes, erotisches Bild.

 

Der Männerakt und der Mädchenakt sind die beiden klassischsten Formen der erotischen Fotografie. Im Zentrum des Bildes steht der nackte Körper des Modells, der mit fotografischer Finesse in besonders erotische Position gebracht wird. Bei Ganzkörperakten ist keine detaillierte Darstellung der Geschlechtsorgane angestrebt, sondern eine möglichst erotisch und künstlerisch anmutende Präsentation des gesamten Körpers. Besonders Tattoos können dadurch auch schön hervorgehoben werden. Die erotische Fotografie beschäftigt sich allerdings nicht nur mit einzelnen Personen, auch Bilder von Paaren finden sehr häufig Anklang bei Betrachtern.

Der Unterschied zwischen Nacktfoto und erotischer Fotografie

Nacktfotos lassen sich im Internet haufenweise finden, die erotische Fotografie hingegen ist seltener anzutreffen. Doch wo unterscheiden sich beide Darstellungsarten eigentlich? Das Nacktfoto ist nichts weiter als eine Momentaufnahme, die oftmals spontan entsteht und den Ist-Zustand darstellt. Belichtung, Hintergrund und Positionierung des Modells spielen eine untergeordnete Rolle. Der Fokus beim Nacktfoto liegt meist auf den sekundären und primären Geschlechtsmerkmalen. Erotische Fotografie hingegen bezeichnet das Bild als ganzes. Hier harmonieren Hintergrund und Modell miteinander, der Stil des Bildes ist nicht pornografisch und die Nacktheit des Modells steht nicht im Vordergrund. Auch ein teilentkleidetes Modell oder nur eine Teilaufnahme kann als erotische Fotografie dargestellt werden, wenn der Fotograf diese Botschaft übermitteln möchte. Ein Nacktbild hat in der Regel keine Aussagekraft, es ist nur eine schlichte Ablichtung eines Körpers. Eine erotische Fotografie soll dem Betrachter etwas mitteilen, das Bild soll mit den Zuschauern sprechen, sie zu Interpretationen anregen.

Die richtige Ausstattung für erotische Fotografie

Wenn Sie selbst erotische Fotografien anfertigen möchten, ist kein eigenes Studio hierfür notwendig. Auch benötigen Sie kein professionelles Modell, denn das Bild wird grundsätzlich nur so gut wie der Fotograf es zulässt. Die wichtigste Ausstattung besteht in einer Spiegelreflexkamera, denn nur damit lässt sich der künstlerische Aspekt in ein Foto zaubern. Die Spiegelreflexkamera ist ideal für die Gestaltung eines Bildes geeignet, wenn mit der Belichtung gespielt wird und ein interessantes Schattenspiel gezaubert wird. Darüber hinaus lässt sich die Spiegelreflexkamera dank verschiedener Filter erweitern, so dass auch das Farbschemata verändert und bearbeitet werden kann.

Fünf Tipps für das perfekte Shooting

Erotische Fotografie ist längst nicht mehr nur ausgebildeten Fotografen vorbehalten, auch Laien haben großen Spaß daran, erotische Darstellungen zu kreieren. Es ist einfacher als gedacht, mit nur fünf Tipps ist es möglich, eine erotische Fotografie zu gestalten, die als angenehm zu betrachten gilt.

 

1) Der richtige Ort

 

Die erotische Fotografie besteht nicht nur aus einem nackten Modell, sondern auch aus dem Rest des Bildes. Die Wahl des richtigen Ortes ist daher maßgeblich entscheidend für das spätere Bild. Eine spontane Erstellung von erotischen Bildern im Wohnzimmer ist meist unmöglich, die Hintergrundszenerie ist für ein solches Bild nicht geeignet. Die Natur bietet hingegen vielfältige und abwechslungsreiche Locations, die auch Hobbyfotografen zur Verfügung stehen. Hierbei müssen es keine außergewöhnlichen Details, wie die Pyramiden von Gizeh beim Ägyptenurlaub sein. Ein einfacher, knochiger Baum kann bereits die ideale Locations ein, wenn der Fotograf das Naturdetail mit dem Modell verbindet und so ein erotisches Gesamtbild schafft.

2) Licht und Schatten

Besonders bei Fotos, die im Außenbereich erstellt werden, spielt der Lichteinfall durch Sonnenstrahlen eine große Rolle. Ein versehentlich überbelichtetes Bild ist ebenso unbrauchbar, wie eine Aufnahme mit Unterbelichtung. Die Spiegelreflexkamera sorgt dafür, dass Fotografen auch mit schweren Lichtverhältnissen arbeiten können. Mit Aufblender und Abheller lassen sich Lichtsituationen aus der Natur umgehen oder abmildern, so dass kein negativer Einfluss auf das Bild entsteht.

3) Dessous und Accessoires

 

Fälschlicherweise regiert noch immer die Annahme, dass erotische Fotografie zwingend die Darstellung eines nackten Modells impliziert. Das ist jedoch nicht richtig, denn insbesondere durch Dessous oder besondere Accessoires wird aus einem einfachen Foto eine erotische Fotografie.

Frau liegend in Unterschwäsche

Ist das Modell noch Anfänger, ist ein Accessoire für die Hände ein wichtiger Aspekt für das Bild. Nervöse Modells neigen dazu mit den Händen zu spielen und dadurch unsicher zu wirken. Hält das Modell jedoch beispielsweise einen Regenschirm in der Hand, lassen sich dadurch ganz neue Posen kreieren und die dargestellte Person wirkt sicherer.

4) Requisiten und Vordergründe

 

Bei der erotischen Fotografie muss das Modell nicht mit der Kamera flirten und spielerisch in die Kamera lächeln. Viel eher sollte das Modell völlig unbeteiligt in der Szenerie auftauchen und so den Fokus des Betrachters auf sich ziehen. Hierfür eignet sich der Einsatz von Vordergründen sehr gut. Darunter wird z.B. die Pflanze verstanden, die einen Teil des Blicks auf das Modell verdeckt. Auch mit Requisiten, wie z.B. einem aufgespannten Sonnenschirm, einem Liegestuhl oder ähnlichem kann dem Foto eine künstlerische Note verliehen werden.

5) Geduld und Motivation

 

Besonders bei Anfängershootings spielt Nervosität oft eine große Rolle. Das Modell fühlt sich möglicherweise unwohl, ist unsicher hinsichtlich der eigenen Wirkung und der Fotograf wird ungeduldig, wenn nicht gleich das passende Bild im Kasten ist. Wichtig ist jedoch eine positive Fürsprache für das Modell, es sollte gelobt werden, damit das Selbstvertrauen gesteigert und die Kamerapräsenz vergessen wird. Ein motiviertes, selbstbewusstes Modell bewegts ich vor der Kamera ganz anders als ein Modell, was unter Selbstzweifeln leidet.

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Bildnachweise:
1. Bild © stefan_weis - Fotolia
2. Bild © Knut Wiarda - Fotolia
3. Bild © Igor Mojzes - Fotolia