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Nur das eine Mal

Seit 14 Jahren war Anna nun verheiratet und irgendwie hatte sie das Gefühl, dass die Luft raus ist. Jens vermittelte ihr längst nicht mehr das Gefühl, dass sie etwas Besonderes ist. Sicherlich - sie war nun 41. Frauenkörper in Dessous Aber zählte sie deshalb schon zum alten Eisen? War sie nun weniger begehrenswert als andere? Immer wieder beobachtete sie ihren Mann, wie er heimlich jüngeren Mädels hinterherblickte und sich wahrscheinlich vorstellte, wie sich Fremdficken mit ihnen anfühlen würde. Er glaubte offenbar, sie würde es nicht bemerken. Aber er hatte sich getäuscht. Allerdings getraute sie sich nicht, ihn zu fragen, ob sie für ihn noch attraktiv ist und ob sie ihm wirklich noch etwas bedeutet. Der Gedanke an ein Sexabenteuer in einem fremden Bett kam ihr in der letzten Zeit immer häufiger.

Was hatte Anna zu verlieren?

Vor einigen Tagen sprach sie mit ihrer besten Freundin Christiane über ihre Gefühle und Selbstzweifel. Und die brachte sie auf eine Idee. Im Internet gab es doch diese Erotik-Portale, die es einem ermöglichten, heimlich online mit interessanten Menschen in Kontakt zu treten. Und wenn die Chemie stimmte, wäre es vielleicht sogar möglich, das eine oder andere persönliche Treffen zu vereinbaren. Anna war eigentlich offen für alles, und sie beschloss, sich bei einem solchen Internet-Portal zu registrieren und ein Profil anzulegen.

Es dauerte nicht lange, als sie von den ersten männlichen Kontakten angesprochen wurde. Im Laufe der Zeit flirtete sie heftig - mal mit dem einen, mal mit dem anderen. Und nach etwa drei Wochen war es mit einem von ihnen sogar so weit, dass ein Live-Treffen unmittelbar bevorstand. Am nächsten Abend wollte sich Anna mit Bernd, einer sehr vielversprechenden Internetbekanntschaft, treffen. Jens war geschäftlich unterwegs, sodass sie dieses "Hintertürchen" nutzen konnte. Sie musste unbedingt für sich herausfinden, ob sie für Männer überhaupt noch attraktiv war.

Sie wollten sich im etwa zehn Kilometer entfernten Nachbarort in seinem Ferienhaus treffen. Ein paar Fotos hatten sie und Bernd bereits miteinander ausgetauscht. Natürlich war sich Anna sehr wohl bewusst, dass sie ein sehr großes Risiko einging, als sie zu seinem Ferienhäuschen fuhr. Aber sie war nun schon so weit gegangen. Sie hatten einander so viele private Dinge erzählt, dass es an sich einerlei war, ob sie sich nun in einem Café trafen - oder direkt bei ihm zum Fremdficken.

Anna war unheimlich nervös

Sie war gerade auf dem Parkplatz vor dem Häuschen vorgefahren, als Bernd auch schon die Tür öffnete. Mit einem strahlenden Lächeln und einem Blumenstrauß in der Hand begrüßte er sie. Anna bemerkte sofort, wie aufgeregt und erfreut er war, sie zu sehen. Umgekehrt erging es ihr ähnlich.

Bernd schloss sie in seine Arme, küsste sie auf ihre Wange und zog sie dann ins Haus. Unmittelbar nachdem er die Tür hinter ihr verschlossen hatte, griff er erneut nach ihren Händen, zog ihre Arme hoch und drückte sie gegen die Wand. Er presste seinen Leib auf sie und suchte mit seinen geöffneten Lippen ihren Mund. "Du ahnst ja nicht, wie sehr ich mich auf dich gefreut habe, Anna." Sie erwiderte seine heißen Küsse, wobei ihr heiß und kalt wurde. Sie wusste genau, was nun geschehen würde, aber sie war nur allzu bereit, sich auf dieses Abenteuer einzulassen. Sie hatten einander noch nie gesehen, sie kannten sich nicht. Aber das war nun vollkommen unwichtig. Bernd hielt sie die ganze Zeit über fest, und sie genoss es, in dieser leidenschaftlichen Art und Weise von ihm genommen zu werden. Immer und immer wieder.

Es war spät in der Nacht, als sie beide völlig erschöpft und glücklich einschliefen. Wenige Stunden später, es mochte ungefähr fünf Uhr gewesen sein, fiel Anna ein, dass sie zu Hause unbedingt noch ein paar Dinge erledigen musste. Rasch zog sie sich an, packte ihre Sachen und legte Bernd einen kleinen Zettel aufs Kissen. "Ruf' mich an, wenn Du magst. Kuss!" Dann setzte sie sich in den Wagen und fuhr in aller Eile davon. Irgendwie kam sie sich vor, wie ein verliebtes Schulmädchen, das etwas Verbotenes getan hatte. Und in gewisser Weise war es das ja auch.

Gegen elf Uhr klingelte das Telefon. "Hallo Anna." Dass Bernd sich so schnell bei ihr melden würde, hatte sie nicht erwartet. Ihr Herz schlug sofort ein paar Takte schneller. "Warum warst du so schnell fort?" Sie erklärte ihm, dass sie etwas Wichtiges zu erledigen hatte, und dass sie außerdem auch ein ungutes Gefühl hatte. Noch niemals zuvor hatte sie Jens betrogen. Was würde geschehen, wenn er von diesem "Fehltritt" erfuhr? Aber Bernd beruhigte sie und machte ihr klar, dass nur sie und er dieses kleine Geheimnis kennen würden.

Paar im Bett beim Petting

Die Zeit nachdem es geschah

Jens war am Wochenende nach Hause gekommen, und irgendwie war wieder alles wie vorher. Nichts erinnerte mehr an Annas kleinen "Ausflug". Sollte es das tatsächlich schon gewesen sein?
Als Anna am folgenden Montagmorgen aus dem Haus zu ihrem Auto ging, um zur Arbeit zu fahren, klebte eine Rose hinter den Scheibenwischern ihres Wagens. Ein Zettelchen war daran befestigt mit der Aufschrift: "Ich liebe dich. B." Sie schaute sich um, aber offenbar war sie zu dieser Zeit die einzige, die arbeiten musste.

Von nun an fand sie jeden Morgen eine kleine Liebesbotschaft an ihrem Auto. Hin und wieder wurde im Büro sogar ein riesiger Blumenstrauß für sie abgegeben. Auch rief er sie immer häufiger auf dem Handy an. Zunächst genoss sie diese besonderen Aufmerksamkeiten, aber dann wurde ihr so viel Zuneigung doch unheimlich.

Als sie eines Tages mit Jens zum Einkaufen in der Stadt unterwegs war, kam Bernd ihnen entgegen. Mit eisigem Blick kam er auf sie zu und stierte sie an, sagte jedoch kein Wort. Ohne den Blick von ihr abzuwenden, ging er an ihnen vorbei. Jens wunderte sich über die Reaktion dieses Fremden, aber Anna war doch sehr erschrocken. Am Abend, als sie mit ihrem Mann auf der Couch vor dem Fernseher saß, klingelte es an der Tür. Sie stand auf und öffnete: Bernd sah sie mit traurigen Augen an. Anna zog die Tür hinter sich zu, griff seine Hände und sah ihm eindringlich in die Augen. „Du musst das lassen! Es war eine einmalige Sache und ich möchte meine Ehe nicht aufs Spiel setzen durch Fremdficken!“ Bernd sammelte sich kurz und erwiderte ihr: „Ok, ich habe mir vielleicht zu viele Hoffnungen gemacht. Das tut mir Leid! Es war eine wunderschöne Nacht mit dir, Anna. Ich hatte gehofft, wir könnten das wiederholen.“ „Nein, bitte geh jetzt und meld dich nicht mehr!“

Bernd gab ihr einen letzten flüchtigen Kuss auf die Wange und machte dann auf dem Absatz kehrt. Dies war das letzte Mal, dass Anna ihn sah. Ihrem Mann konnte sie glaubhaft machen, dass der späte Besucher ein Arbeitskollege war, der eine wichtige Information von ihr benötigt hatte und sie deshalb Zuhause aufsuchen musste, da er nur eine alte Handynummer von ihr besaß.

Bildnachweise:
1. Bild © Maksim Å meljov - Fotolia
2. Bild © JackF - Fotolia