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Textilfrei, aber nicht stillos - die Poesie beim Nacktwandern

Wanderschuhe am Strand mit nackter Frau im Hintergrund

Es ist dieses besondere Gefühl der Freiheit, die Lust an der echten Natur, die Menschen dazu bewegt, alle Hüllen fallen zu lassen und sich auf den Weg zu machen, auf den Weg durch betörende Regionen, auch in der vielfältigen Alpenrepublik. Nacktwandern, ein Tabu? Keineswegs. Immer mehr Liebhaber der puren Körperlichkeit in Verbindung mit der landschaftlichen Reinheit begeben sich gemeinschaftlich auf die leiwaundsten Berge Österreichs - und derer hat die Heimat großer Söhne und Töchter bekanntlich einige zu bieten! Der ein doer andere hat sicherlich auch schon von Singlewandern gehört, bei dem sich Singles zu gemeinsamen Wanderungen zusammenschließen.Nacktwandern bezeichnet im Grunde genommen einen Natursport der etwas anderen Art. Wer schon von vorneherein auf unkeusche Gedanken kommt, sollte sie zumindest für den Moment schnell wieder verscheuchen und sich erst einmal genauer mit dem Trend "Nacktwandern" auseinandersetzen. Eingefleischte Nacktwanderer begründen ihr Interesse für das textilfreie Sporteln mit unterschiedlichen Gefühlen, die letzten Endes aber alle auf dasselbe hinauslaufen: Libertät, Enthemmung und die intensivere Wahrnehmung der Natur. Dasselbe Wahrnehmen verspüren ebenfalls Fans für den Trend beim Nackt Yoga.

Nacktheit und Natur im Einklang der Geschichte

Für die Erläuterung des Leitgedankens "Zurück zur Natur" lohnt ein kurzer Blick in die Historie: Die Idee stammt aus der romantischen Epoche, die vom Ende des 18. bis weit ins 19. Jahrhundert hinein präsent war. Das klingt schon einmal nicht schlecht, aber was hat die Romantik ausgezeichnet? Genau das, was man auch heute noch unter dem Begriff, der von innigen Liebesbeziehungen nicht zu trennen ist, versteht, nämlich Empfindung in den verschiedensten Formen: Sehnsucht, Begierde, Leidenschaft oder - zusammengefasst - wahres tiefes Gefühl. Der physisch wie seelisch empfundene Wunsch, zur Natur zurückzukehren und eins mit ihr zu werden, mit ihr zu verschmelzen. In späteren Jahren holten Freunde der Freizügigkeit und des Nacktbadens dieses Denken aus der Versenkung hervor und gründeten Ende des 19. Jahrhunderts den ersten FKK-Verein. Kurze Zeit später, im frühen 20. Jahrhundert, entstand im Kontext ebendieser Freikörperkultur auch das Nacktwandern. Bereits 1916 zogen englische Touristen vollkommen unbekleidet durch das zentralschweizerische Maderanertal und fuhren - nichts als Skier tragend - die Hänge von St. Moritz hinab. Narrisch, aber real. Zu ergänzen ist an dieser Stelle, dass den Nockaten damals kaum andere Menschen begegneten, sie also weitestgehend unter sich waren und blieben. Wer in unserer modernen Freizeitgesellschaft dasselbe wagt, muss hingegen stark mit Gegenverkehr rechnen, und zwar in jeder Hinsicht.Frauenbeine im GrasUm eine Neuigkeit handelt es sich nicht: Fast jedem Homo sapiens wird von Kindesbeinen an eingetrichtert, dass Nacktheit etwas Verpöntes darstellt, das man keinesfalls in der Öffentlichkeit präsentieren darf. Ansonsten würde man sich blamieren, müsse sich schämen und so fort. Dabei hat der Mensch nichts Natürlicheres an sich als seinen Körper. In Wahrheit ist die Kleidung das Künstliche, nicht die Nacktheit. Doch es verlangt einem viel ab, die in langen Jahren entwickelten Peinlichkeitsgefühle abzustellen. Nach wie vor meinen einige Menschen, es sei fatal, Kindern "zuzumuten", fremde nackte Personen zu sehen, und reagieren oftmals entsprechend negativ, wenn sich Personen beim Nacktwandern sowohl oben als auch unten ohne zeigen. In diesem Zusammenhang eine bedeutsame Erwähnung: Nacktwandern ist in Österreich zwar grundsätzlich erlaubt. Jedoch mit der Voraussetzung, den "öffentlichen Anstand" zu wahren. Und dieser öffentliche Anstand bezieht sich auf das zuvor Geschilderte. Beim Nacktwandern über offene Plätze oder auf stark frequentierten Wanderrouten ist mit Strafen zu rechnen. Hingegen gibt es beim luftigen Spazieren über offizielle FKK-Gelände keinerlei Grund zur Sorge.

Wo Nacktwandern in Österreich unter einem guten Stern steht

Tatsächlich wurde der erste richtige Nacktwanderweg in Österreich geschaffen. Franz Rutar hieß der Mann, der am 12. Juli des Jahres 1984 - unterstützt von 20 weiteren Personen - mit Hacke, Farbe und Hinweistafeln ausgerüstet loszog, um in der Nähe von Klagenfurt eine Route zum Nacktwandern zu kreieren. Damals hatte der Weg eine Länge von drei Kilometern und führte durch einen lichten Laub- und Fichtenwald. Die Strecke wird in verlängerter Variante auch heute noch regelmäßig begangen - nackt, versteht sich.Wanderer im WaldNicht nur die Kärntner, sondern auch die Vorarlberger dürfen sich über urschöne Möglichkeiten zum Nacktwandern freuen. Der Bregenzerwald ist eine erlebenswerte Region, die sich vordergründig aus anthropogenen Grasbergen zusammensetzt und Nacktwanderern beim Durchqueren einzigartige Erfahrungen beschert - "würkli a guate Sach", würde der Einheimische sagen. Ob in Kärnten, Vorarlberg oder einem der anderen bezaubernden rot-weiß-roten Bundesländer: Beim Nacktwandern empfiehlt es sich, Routen zu wählen, die wenig begangen sind, vor allem entlegene Wald-, Feld- und Wiesenwege eignen sich.Natürlich ist es etwas Außergewöhnliches, mit wildfremden Menschen in kleinen Gruppen nackt durchs Land zu ziehen. Und selbstverständlich kommen bei der eigenen Premiere Unsicherheiten, Peinlichkeitsgefühle und Ängste zum Vorschein - wie das eben so ist bei ersten Malen. Nach dem Überwinden der Scham - was schneller passiert als man denkt, wenn man sich in der freien Natur genauso frei bewegt - können sich endlich sinnliche Momente zwischen den Wandernden ergeben. Feurige Blicke beim Flirten auszusenden und zu empfangen ist ja nicht verboten, wenn eine Person mit dem, was sie ausstrahlt, gefällt. Und wer weiß, vielleicht erwächst aus dem hemmungslosen Nacktwandern über kurz oder lang ein heißes erotisches Abenteuer.Um sich beim Nacktwandern auch wirklich aufs Wesentliche, nämlich die Natur ringsherum und die Schönheit der puren Körper konzentrieren zu können, sind unbedingt einige Utensilien mitzunehmen: Mücken, Käfer, Zecken und andere Kleintiere werden mitunter furchtbar lästig. Insofern gehören entsprechende Insektensprays und ähnliche Mittel definitiv in den Wanderrucksack. Selbiges gilt für Getränke und Speisen - ein trockener Mund und ständig knurrender Magen wirken nämlich nicht sonderlich anziehend. Zwar sieht es nicht gerade umwerfend aus, aber Socken und Wanderschuhe sollte man beim Nacktwandern schon tragen, um sich nicht die Füße zu verletzen. Kleinere Wunden sind dennoch im Bereich des Möglichen, an jeder Körperstelle - deshalb muss auch ein Erste-Hilfe-Set mit. Und: Bei aller Nacktheit ist es trotzdem ratsam, sicherheitshalber Kleidung einzupacken.

Ein Erfahrungsbericht von Frank T.

"Warum nackt? - Diese Frage wird mir immer wieder gestellt, von Freunden, Bekannten und den Menschen, die mir unterwegs begegnen. Meine Antwort: Gewand hindert mich doch nur am direkten Kontakt mit der Natur, mit dem Wind und der Sonne. Nacktes Paar küsst sich in der NaturUnd es reibt nichts beim Nacktwandern. Kleidung ist doch bloß unbequem. Oft genug werden mir weiterhin verständnislose Blicke entgegengebracht. Also führe ich mein Vergnügen beim Nacktwandern weiter aus, um es den Personen vielleicht ein bisschen verständlicher machen zu können: Nacktwandern ist wie Nacktschwimmen, das sich ohne Badehose viel angenehmer anfühlt als mit. Wer es einmal probiert hat, findet Gewand künstlich. Außerdem schwitzt man nicht ins Hemd - ein Genuss! Ebenso wie die Verbindung meines Körpers mit der Natur, die ich begeistert mit anderen teile. Es ist wunderschön, beim Nacktwandern innere und äußere Freiheit zu verspüren, in Frieden zu sein mit sich und der umgebenden Welt, zu denen liebendgern auch schöne Frauen und Männer zählen dürfen, die mit mir die traumhaften Gebirge unseres Landes und vielleicht auch noch ein bisschen mehr erkunden... Übrigens: Vor Brennnesseln und Disteln braucht man sich nicht zu fürchten, auch nicht vor Stechmücken oder der brennenden Sonne. Einfach Creme und Insektenspray einpacken und aufmerksam sein, dann gibt's wirklich nix zu beklagen beim Nacktwandern - im Gegenteil. Oh, und wenn's kalt wird, geht man einfach ein bisschen schneller oder kuschelt sich aneinander..."

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Haben Sie Lust, das Nacktwandern einmal selbst auszuprobieren? Zusammen mit Gleichgesinnten? Melden Sie sich am besten bei Treffpunkt18 an und lernen Sie Menschen kennen, die sich an der reinen Körperlichkeit in ihren verschiedenen Ausprägungen genauso erfreuen wie Sie, die prickelnde Bekanntschaften machen möchten - beim Entdecken der österreichischen Berglandschaften und anderer Sehenswürdigkeiten, nämlich denen der wandernden Personen, ganz egal ob Sie aus Linz, Salzburg oder einer der vielen anderen schönen Städte Österreichs kommen. Begegnen Sie dem Nacktwandern offen und im wahrsten Sinne unverschämt - es beschert Ihnen unvergleichliche Erlebnisse!

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